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Автор Тема: Шталаг-10Ц (Stalag X C)  (Прочитано 7221 раз)

efinata

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Шталаг-10Ц (Stalag X C)
« : 08 Февраля 2010, 14:32:05 »
Нигде не могу найти информации о шталаге ХС. Помогите!!! Мой дед там был в плену.
« Последнее редактирование: 09 Февраля 2010, 09:04:24 от Sobkor »
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Sobkor

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  • Ржевцев Юрий Петрович
Нигде не могу найти информации о шталаге ХС. Помогите!!! Мой дед там был в плену.

Шталаг-10Ц (Stalag X C) дислоцировался в немецком городе Ниенбурге. Ныне это Ниенбург-на-Везере федеральной земли Нижняя Саксония ФРГ...
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efinata

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Это мне известно. А поподробнее? Где поискать?
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Warwara

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Уважаемая efinata,

вот ссылки на немецкие сайты, рассказывающие о шталаге XC:

http://www.wir-wussten-nichts-davon.de/wwnd_Seiten/Gefangene/Gefangdoku/gdo1.html

http://www.relikte.com/nienb_stalag/index.htm

Есть фотографии и план лагеря. Для перевода текста можно воспользоваться автоматическим переводчиком
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Warwara

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А поподробнее? Где поискать?
Добрый вечер,

еще один сайт

http://www.zeitzeugen-nienburg.de/wwnd_Seiten/Gefangene/gefind.html

Там, в частности есть ссылка на книгу

Patricia Berger/Frank Thomas Gatter/Hans Klusmann-Burmeister: In fremder Erde namenlos begraben – Das Schicksal sowjetischer Kriegsgefangener, Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in Nienburg 1941 bis 1945; Beiträge zur Nienburger Stadtgeschichte, Reihe A Band 6, Nienburg 1991
(Патрисия Бергер, Франк Томас Гаттер, Ханс Клузманн-Бурмайстер "В чужой земле безымянно похороненные - судьба советских военнопленных, принудительных работниц и рабочих в Ниенбурге с 1941 по 1945"; Статьи по истории города Ниенбурга, Серия А, том 6, Ниенбург, 1991.)

Кроме того, чрезвычайно интересный документ

http://www.bunkermuseum.de/fremdarbeiter_1/sonnenberg_1a.pdf

как я понимаю, о  нумерации и местонахождении рабочих команд шталага X C в Ниенбурге. Если в карте военнопленного Вашего деда записано, в какой рабочей команде он был, то можно попробовать установить место, где он работал.

Еще есть несколько книг на немецком языке об этом лагере. Вот одна из них, вышедшая в 2007 году

http://www.hj-sonnenberg.de/Band-2.html

("Военнопленные в округе Ниенбург", ISBN 978-3-98 8770-2-2, вып. 22 в серии музейных объединений Ниенбурга, 197 страниц). Книга содержит много фотодокументов о лагере, информацию о рабочих командах. На сайте сказано, что ее можно заказать по адресу: Museumsverein Nienburg, Leinstr. 48, 31582 Nienburg, Germany.
« Последнее редактирование: 09 Февраля 2010, 01:38:12 от Warwara »
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Шталаг-10Ц
« Reply #5 : 09 Февраля 2010, 01:44:10 »
Добрый вечер,

помещаю ссылки на книги о шталаге X C в Ниенбурге

http://www.hj-sonnenberg.de/test.html

Согласно информации на сайте, в книгах много документов и фотографий, есть информация о рабочих командах этого лагеря.

Обе книги можно заказать по адресу:

Museumsverein Nienburg, Leinstr. 48, 31582 Nienburg, Germany

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efinata

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Уважаемая efinata,

вот ссылки на немецкие сайты, рассказывающие о шталаге XC:

http://www.wir-wussten-nichts-davon.de/wwnd_Seiten/Gefangene/Gefangdoku/gdo1.html

http://www.relikte.com/nienb_stalag/index.htm

Есть фотографии и план лагеря. Для перевода текста можно воспользоваться автоматическим переводчиком



Warwara, спасибо Вам огромное!!!
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nestor

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Re: Шталаг-10Ц (Stalag X C)
« Reply #7 : 18 Августа 2011, 16:04:23 »
Сначала немецкий текст полностью, затем короткий пересказ по-русски сути:

Erlebnisse eines Nettetalers in Kriegsgefangenschaft

Von Günter Nonninger

Durch die anhaltende Diskussion über das Schicksal der russischen Gefangenen während des zweiten Weltkrieges in Deutschland wurde ich darauf aufmerksam, dass, es auf dem Friedhof in Steyerberg bei Sienburg ein Grabmal für 26 russische Soldaten gab, die bei einem Luftangriff ums Leben kamen. Jedoch sind in dem Lager Steyerberg eine weitaus größere Anzahl russischer Soldaten gestorben. Ich nahm an, dass diese Katastrophe längst aktenkundig und niedergeschrieben sei, und dass irgendwo In den Wäldern ein Grabmal dieser Toten gedachte. Als kleinstes Rädchen im damaligen Getriebe der Zeit berichte ich hier von meiner Zeit im Arbeitslager Steyerberg und dem Ablauf einer Seuchenkatastrophe, die mit dem Tod von rund 3.000 jungen Soldaten und ihres einzigen Arztes und Helfers, dem Bremer Stabsarztes Dr. Addidicks endete. Im Raum des Kreises Nienburg an der Weser, nahe den Dörfern Steyerberg, Liebenau, und Uchte sind meines Wissens keine Spuren der 3.000 russische Soldaten zu finden. Auch dürfte es keine Spuren des Wissens in der Bevölkerung geben, sie konnte es auch nicht ahnen, da der Ablauf der nachstehend geschilderten Ereignisse in einem von der Bevölkerung gemiedenen und gesperrten Gebiet geschah. Der Bericht beginnt mit den Ereignissen im Oktober/November 1941.

Ich habe diese Tragödie miterlebt, teils als Augen- und Ohrenzeuge, teils als Hilfsheilgehilfe, sprich Hilfssanitäter der Reichsarbeitsdienstabteilung K 10/175. Meine Eltern hatten seit eh und je eine Landdrogerie und Landsamengroßhandlung betrieben und so war es mir auch vorbestimmt, dass ich eben Drogist und Samenhändler wurde.

Die Lehre zu diesem Beruf begann ich 1938, also kurz vor Kriegsbeginn, und konnte gerade noch rechtzeitig vor der Einberufung zum Reichsarbeitsdienst die üblichen Kaufmanns-, Drogisten- und Gehilfen- sowie Giftprüfungen ablegen. Diese Giftprüfung sollte mich mitten in die Ereignisse führen, die mit dem Tod, von 3.000 jungen russischen Soldaten und ihres einzigen Helfers, des Stabsarztes Dr. Addick aus Bremen, endete.

Läuse und Furunkolose waren unbekannt

Anfang Oktober 1941 wurden wir, die Angehörigen des Geburtsjahrganges 1923, zum Reichsarbeitsdienst eingezogen, am 6. Oktober 1941 von Krefeld aus per Bahn abtransportiert und landeten in einem Barackenlager in der uns unbekannten Gegend zwischen Stolzenau a.W. und Nienburg a.W. in Steyerberg nahe einer Sprengstoff- und Munitionsfabrik namens Wolff & Co. bzw. EIBIA Fettchemie.

Wir kamen mit 25 Kameraden aus dem damaligen Kreis Kempen, in dem man zwar einige gewöhnliche Krankheiten wie Masern, Scharlach und Diphterie kannte, jedoch Läuse aller Art, Milben schwere Furunkolose, Hungeroedeme, Wolhynien- und Fleckfieber der Bürgerschaft und den Ärzten bestenfalls dem Namen nach bekannt waren. Bei der Ankunft im Lager sahen wir mit gemischten Gefühlen der Zukunft entgegen, aber wie konnte ich ahnen, was in den nächsten fünf Monaten auf mich zu kam.

"Sie haben 14 Tage Zeit, sich hier einzuarbeiten"

Nachdem die ersten Tage mit dem welteinheitlichen Empfang der Ausrüstung und Ansprachen der Ausbilder vorbei waren, beginnt die Handlung mit dem Niederschreiben der Lebensläufe, in denen nur Beruf und Ausbildung zu verzeichnen waren, was ich auch fein säuberlich tat. Nach zwei Tagen war in der Abenddämmerung die Arbeitsdienstabteilung zum Abendessen angetreten, als plötzlich aufgeregte Stimmen "nach dem Mann mit der Giftprüfung" riefen. Nachdem man meinen Namen, undeutlich gerufen hatte, beschlich mich die leise Ahnung, dass ich gemeint war und machte mich durch Vortreten bemerkbar. Gleich darauf wurde ich von zwei RAD-Führern in ein kleines Lazarett geführt, damals zu deutsch Heilstube genannt.

Verwundert ob dieser Überraschung, ging es gleich weiter mit der nächsten Überraschung. "Sie sind also der Drogist mit der Giftprüfung?" "Jawohl, Oberfeldmeister!" "Also unsere ausgebildeten Heilgehilfen werden in 14 Tagen an die Ostfront versetzt. Sie haben 14 Tage Zeit, sich hier einzuarbeiten und übernehmen dann hier den Laden. Stehen Sie still. Ich ernenne Sie hiermit zum Hilfsheilgehilfen."

Peng! Da stand ich, 18 Jahre alt, nun als armer Thor und war so klug wie nie zu vor! Ich stand in fremder Umgebung und hatte keine Ahnung, was ich nun eigentlich sollte. Aber durch des Dienstes ewig gleichgestellte Uhr hatte ich bald das Dienstprinzip begriffen, nach dem einfachen Motto: "Vom Nabel aufwärts Aspirin, abwärts genügte die Androhung drei Rizinusöl, um die Patienten auf der Stelle genesen zu lassen."

Dr. Addicks war ein praktischer Arzt aus Bremen

Aber diese Heilstuben-Idylle dauerte nur einige Tage. Hatte der kranke RAD-Mann mehr als 38 Grad Temperatur, so war dieser dem Abteilungsarzt, dem Wehrmachtsheeres-Stabarzt Dr. Addicks vorzustellen. Dr. Addicks war ein praktischer Arzt aus Bremen. Er betreute nicht nur unsere RAD-Abteilung, sondern noch eine Wehrmachtseinheit von Feuerwerkern und ein französisches Kriegsgefangenenlager. Gleich an meinem ersten Tag wurde ich diesem Arzt, cirka 50 Jahre alt, vorgestellt, der mich bald väterlich anleitete und noch konnte ich nicht ahnen, dass ich ihn bis zum Tode begleiten bzw. in seiner Nähe sein würde. Das französische Lager machte Dr. Addicks wenig Arbeit, da eine Anzahl französischer Sanitätsoffiziere ihre Landleute versorgten, die Regeln der Genfer Konvention wurden beachtet.

Die Landschaften Wolhynien und Bessarabien waren uns Westdeutschen völlig unbekannt. Doch plötzlich wurden einige Tage später 125 junge Deutsche aus der Warthegau Provinz Posen, auch Volksdeutsche genannt, in unser Lager geführt, um mit uns als RAD-Männer Dienst zu tun. Nur wenige sprachen Deutsch, ansonsten Russisch, Polnisch und Rumänisch, alles Sprachen, die wir nicht verstanden. Man hatte junge Leute aufgrund des Hitler-Stalin-Abkommens aus der Ukraine/Südrussland, am Bug vor Odessa am schwarzen Meer und beiderseits des Bugs aus den Gebieten die Rumänien an Russland abtreten musste, in den sogenannten Warthegau umgesiedelt und sofort zum Reichsarbeitsdienst eingezogen.

Die Männer mussten erst einmal entlaust werden

Als diese Männer nun untersucht wurden, stellte sich heraus, dass diese körperlich völlig heruntergekommen und zum Teil völlig verlaust waren, Ich selbst hatte noch nie Läuse gesehen und sah dann gleich in unvorstellbaren Mengen den Befall mit Kleiderfilz- und Köpfläusen. Hinzu kamen über und über mit Schorf und Wunden von Krätze - nie gehört - befallene junge Leute. Sie hatten teilweise tiefe eiternde Wunden, in die sich die Läuse eingefressen hatten und die Kleider eingewachsen waren. Sie mussten nun erst einmal entlaust und Ihre Kleidung verbrannt werden.

Dabei stellte es sich heraus, dass weit und breit keine Entlausungsanlagen und auch keine Fachleute vorhanden waren. Dr. Addicks bekam von allen zivilen und militärischen Stellen nur Absagen. Wir mussten dann diese Jungen mit dem grausamen chemischen Mittel Cuprex entlausen, um eine Verseuchung der anwesenden Arbeitsdienstmänner und des Lagers zu vermeiden. So kam ich zu meiner ersten Organisationsfahrt mit einem alten, luftgekühlten Phänomen-Sanka der Feuerwehr in das vornehme Bremen, wo wir in einem Depot fast wie Aussätzige behandelt wurden, ob der großen Menge des Entlausungsmittels Cuprex, die wir dringend benötigten. Aber diese Läuseepidemie sollte noch harmlos bleiben, die eigentliche Probleme einer durch Läuse übertragenen Seuche konnten wir zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen.

Kameraden erkrankten plötzlich an hohem Fieber

Die schlimmsten Wunden wurden versorgt. Als nächste Überraschung erkrankten zahlreiche dieser neuen Kameraden plötzlich an einem hohen Fieber, welches fünf Tage andauerte, dessen Herkunft zunächst aber völlig unbekannt blieb. Nach und nach erfuhren wir, dass es das Wolhynische Fieber war, wobei es sich um eine Malariaähnliche Erkrankung handelte. Im großdeutschen Reich war es nicht vorgesehen, dass eine RAD-Abteilung plötzlich Chinin und Atebrin benötigte. Also ging es wieder nach Bremen in das bereits erwähnte Depot, wo wir als Exoten mit merkwürdigen Wünschen. betrachtet wurden. Malariamittel im November für eine Arbeitsdienstabteilunge in den Heidegebieten nahe Nienburg, das war zuviel für die braven Magazin-Verwaltungsbeamten in Bremen.

Mit Ach und Krach bekamen wir diese angeforderten Medikamente ausgehändigt. Dank der französischen (kriegsgefangenen) Sanitätsoffiziere und deren Tropenerfahrung bekam man die Krankheiten in den Griff. Der Stabsarzt Dr. Addicks hatte diese Ärzte in der Heilstube der RAD-Abteilung eingesetzt, da er keine Unterstützung von anderer Stelle bekam.

Faustgroße Eiterbeulen und großflächige Wunden

Die fast faustgroßen Eiterbeulen der Furunkolose und die großflächigen Wunden bei den volksdeutschen Kameraden wurden von den Franzosen auf eine dem Dr. Addicks unbekannte Weise behandelt. Ich musste aus der Apotheke in Liebenau große Mengen einer festen, fast trockenen Zinklebertransalbe holen und bei den Kameraden des Lagers das Silberpapier aus den Zigarettenschachteln einsammeln, welche in die Verbände eingewickelt wurden.

Schon nach wenigen Tagen waren die Wunden verheilt. Wer jedoch noch krank wurde, erhielt von Dr. Addicks Kneipp'sche Ganzkörperpackungen. Wer trotzdem im Bett der Heilstube landete, wurde durch diese Anwendung sehr schnell fit. Einige der volksdeutschen Kameraden mussten jedoch mit schweren Herzschäden entlassen werden.

Über Nacht waren die Franzosen verschwunden. Die Arzte und Soldaten waren von einer auf die andere Stunde aus dieser Idylle abmarschiert. Am nächsten Morgen stellten wir fest, dass an die Stelle der 600 Franzosen rund 3.000 russische Kriegsgefangene eingetroffen waren. Um sie herum brüllten einige, Ältere finster und arrogant dreinblickende SS-Leute unter der Führung eines SS-Untersturmführers, begleitet von einigen verschüchterten Landsturm-Soldaten, von uns Landesbogenschützen genannt.

Stabsarzt Dr. Addicks sollte nun auch dieses Lager betreuen und wurde auch gleich von der SS verwarnt, irgend etwas für die Russen zu tun. Die Ausdrücke der SS-Leute für die Kriegsgefangenen kann man nicht wiedergeben.

Schon nach wenigen Tagen musste ich Dr. Addicks als Medikamententräger in das Lager begleiten. Es war grausam: Pro Bett drei entkräftete Männer, andere blank auf dem Holzfußboden und auf lose ausgeschütteten Stroh.

Gesten sagten genug

Wir verstanden ihre flehenden Bitten nicht, niemand verstand russisch, doch ihre Gesten sagten mehr als genug. Bei diesem Besuch stellte der Arzt einen Masernausschlag bei vielen Soldaten fest und befürchtete eine Masernepidemie unbekannten Typs, die auch auf die umliegenden Läger der Soldaten, Arbeitsmänner und auf Tausende von Fremdarbeitern übergreifen konnte. Auch wurde festgestellt, dass die Soldaten über und über von Läusen befallen waren. Schon nach drei bis vier Tagen traten fiebrige Erkrankungen auf, die Dr. Addicks zu seinem großen Entsetzen als Fleckfieber auch Typhus Exanthematicus diagnostizierte.

Rasend griff die Seuche um sich. Längst waren alle Medikamente der RAD-Abteilung K 10/175 bis auf einen geringen Rest für den eigenen Bedarf verbraucht. Der Stabsarzt versuchte alles, um der Seuche Herr zu werden, aber vergebens.

Die erste Gegenmaßnahme war, dass alle im Heil- sprich Sanitätsdienst tätigen (zwei Mann) verpflichtet wurden, absolutes Stillschweigen zu halten. Uns wurde erklärt, die Erkrankung sei eine "Reichssache". Was das auch immer war, es hatte mit "geheim" zu, tun. Die Kameraden des Lagers durften nichts erfahren, mir selbst wurde das Betreten der eigenen Unterkünfte untersagt.

Gleichzeitig wurde ich Augenzeuge eines einzigartigen Geschehens, dass mein Heimatkamerad Jupp Gorissen aus Viersen-Boisheim als Schreiber der Dienststelle miterlebte, da auch die Führer der RAD-Abteilung über die Gefahren der Seuche informiert wurden.

Aus der Heilstube telefonierte Dr. Addicks mit seinen vorgesetzten Dienststellen, Zivilbehörden, sonstigen Dienststellen sowie mit dem IG Farbenkonzern und bat dringenst um Hilfe (Personal und Entlausungsmöglichkeiten).

Er erhielt nur negative Antworten. Seine dringenden Vorstellungen über die Gefahr des Fleckfiebers prallten wie an Gummiwänden ab. Es wurde klipp und klar erklärt, es seien keine Seren und Hilfsmittel gegen Fleckfieber vorhanden, was wohl stimmten musste, wie auch der weitere Ablauf zeigte.

Bitten waren vergebens

Um es zu wiederholen (Für uns heute unvorstellbar!): Jede Bitte um Fachpersonal, Seren, Medikamente etc. war vergebens. Es gab auch kein Zusatzpersonal. Dr. Addicks stand mit mir und noch einem weiteren Kameraden allein auf weiter Flur, und ich hatte keine Ahnung und keine Vorstellungen von den Gefahren, in denen wir lebten. Heute denke ich mir, es wollte wohl niemand kommen und angeblich seien alle verfügbaren Leute an die Ostfront versetzt, wo sich der große Rückzug von Moskau vollzog.

Der Stabsarzt musste erkennen, dass das "Großdeutsehe Reich" auf Seuchenepidemien nicht vorbereitet war, was er auch laut und deutlich schimpfend am Telefon erklärte. Jetzt sollte die Angelegenheit vertuscht werden, um die Bevölkerung und andere Wehrmachtsteile nicht zu beunruhigen.

Unvorstellbar war die Aggressivität der älteren SS-Führer, die ohne Rücksicht auf deren Gesundheitszustand die entkräfteten und schwerkranken Kriegsgefangenen an die Arbeit trieben und vor jeder Annäherung warnten. So wurde ein Pole aus der Schar der Fremdarbeiter, der ihnen zu helfen suchte, kurzerhand in dem SS-Lager aufgehängt, und blieb einige Tage zur Warnung am Galgen hängen.

Fassungslos vor Grauen sahen wir täglich die Rückkehr der Kriegsgefangenen in das Lager. Auf Schubkarren brachten sie ihre bei der Arbeit verstorbenen Kameraden zurück. Falls die Schubkarren nicht ausreichten, trugen sie die Toten auf Reisigliegen zwischen Stangen zurück. Mal zehn oder 20, auch 30 und 40, 70 bis 80.

Täglich begleitete ich Dr. Addicks und trug die wenigen zur Verfügung stehenden Medikamente, die ein etwas deutsch sprechender Russe, den wir entdeckt hatten, verteilte. Die russischen Soldaten versorgten ihre Kameraden so gut es ging, und achteten auf Ordnung.

Da die Soldaten keinerlei Rangabzeichen trugen, konnte ich nicht erkennen, wer im Lager das "Sagen" hatte. Von Tag zu Tag konnte man feststellen, wie sich die Reihen lichteten. Über die genauen Zahlen der Lebenden und Verstorbenen machte die SS keinerlei Angaben, der SS-Lagerkommandant erklärte auf Vorhaltungen des Stabsarztes, man könne die schwerkranken Soldaten doch nicht zur Arbeit schicken, brüllend: "Ich lasse Sie wegen Sabotage an die Wand stellen!"

Absolut den Mund halten

Beim Verlassen des Lagers bedeutete mir Dr. Addicks: "Da kann man nichts mehr sagen, wir müssen den Mund halten. Auch Du, mein Junge, musst absolut den Mund halten!" Der Stabsarzt war väterlich um mich, damals 18 Jahre, bemüht, damit ich nur niemanden berührte oder berührt wurde. Damals verstand ich es nicht, doch sechs Wochen später schon. Die Toten wurden von ihren Kameraden unter einem offenen Schuppen getragen und waren am nächsten Morgen stets verschwunden, wohin, entzog sich unserer Kenntnis. Ich vermute, sie wurden von den Insassen eines nahe gelegenen SS- Straf- und Arbeitserziehungslagers fortgebracht. Fragen konnten wir nicht, die Differenz zwischen Dr. Addicks und der SS waren schon groß genug.

Mit einem Persilkarton und einem Brotbeutel und dem bereits erwähnten uralten luftgekühlten Phänomen Sanitätswagen, gefahren von einem älteren Feuerwehrmann, wurde ich von Arbeitsdienstlager zu Arbeitsdienstlager, zu Wehrmachtsunterkünften und Kasernen um Nienburg und Flakstellungen geschickt, um dort entbehrliche Medikamente abzuholen. Sie stammten laut Herstellungsdatum teilweise noch aus dem ersten Weltkrieg, und wurden auch für unsere eigenen Soldaten und Arbeitsmänner ausgegeben. Auf neugierige Fragen hatte ich von einer schweren Grippeepidemie zu berichten, und überall war man froh, uns sehr schnell wieder los zu werden. Bei dem vornehmen Depot in Bremen wurden der Feuerwehrmann und ich behandelt, als ob wir die Pest hätten.

Der tägliche Tod

Heute, 61 Jahre später, ist mir bekannt, dass wir nicht weit von einer ebenso gefährlichen Seuchenepidemie entfernt waren. Es blieb bei den kleinsten Mengen Medikamenten. Um die Weihnachtstage 1941 starben dann 70 bis 80 Mann täglich. In den ersten Januartagen 1942 kam noch Diphterie hinzu. Ich selbst wurde infiziert und kam am 14. Januar 1942 in das Reserve-Seuchenlazarett Altenheim Osterholz-Tenever bei Bremen, nachdem ich irgendwo außerhalb des Lagers, ich glaube in der Nähe der Apotheke in Liebenau, zusammengebrochen war.

Die Diphterie schwappte auf das Arbeitsdienstlager über, und immer mehr Kameraden wurden in Osterholz eingeliefert. Die Krankenzimmer der Heilstube waren überfüllt. Nur wenige Tage später wurde Dr. Addicks mit Fleckfieber in Osterholz-Tenever eingeliefert. Ich durfte ihn täglich kurz besuchen, und sah, wie es ihm immer schlechter ging. Solange er klar bei Verstand war, versuchte er mit Kneipp'schen Anwendungen (Armbäder) gegen die Krankheit anzukämpfen. Vergebens! Auch für ihn gab es keine Hilfe und keine Seren, nichts.

Der Stabsarzt Dr. Addicks starb in den ersten Februartagen des Jahres 1942, und ist in Bremen beigesetzt worden. Mehrfach wurde ich von den Wehrmachtsärzten über die Vorgänge befragt und erfuhr, dass erst nach der Einlieferung von Dr. Addicks das Arbeitsdienstlager unter Quarantäne gestellt wurde.

Ich wurde am 11. Februar 1942 aus dem Lazarett entlassen. Bei meiner Rückkehr glänzte in der Sonne an der Stelle der Baracken der Kriegsgefangenen eine weite Fläche im Schnee. Das Lager war vom Werkschutz der Munitionsfabrik niedergebrannt worden. Auf meine Frage nach den Überlebenden aus dem Gefangenenlager gab es von dem neuen, mir unbekannten Sanitätspersonal nur Achselzucken als Antwort. Niemand wagte etwas zu sagen.

Gräber nicht registriert

Die Gräber der russischen Soldaten sind nach meinem Wissensstand nicht registriert. Heute sind die Baracken verschwunden, das Gelände ist wieder aufgeforstet. Nur einige Fundamente sind stumme Zeugen der Zeit. Nur der Wind streicht über die Wälder und über die Gräber der 3.000 jungen russischen Soldaten. Requiesta in Pacem!

http://www.fdp-nettetal.de/index.php?id=40

Публикация воспоминаний бывшего юного немецкого санитара (по образованию аптекаря), служба которого в вермахте началась с обслуживания рабочей команды 5799 Штайерберг.
Считается, что в той рабочей команде погибло и было захоронено 26 советских пленных. В действительности мемуарист был свидетелем того, как в октябре 1941 г. туда прибыл большой транспорт (3000 чел.) пленных, поголовно пораженных эпидемией сыпного тифа. Лагерный врач из местных гражданских, которому был подчинен автор воспоминаний, другие немецкие санитары прилагали большие усилия, чтобы достать лекарства, но доставать уставалось немного. Эсэсовцы гоняли больных на работы, смертность достигала 80 чел. в день. В итоге к февралю все умерли, трупы их увозили куда-то эсэсовцы, место захоронения осталось неизвестным. В лагере рабочей команды была большая скученность, до прибытия в него советских пленных в нем размещалось 600 французов, среди которых тоже начинался сыпной тиф, но их куда-то перевели, на место их заселили советских (в тексте буквально: однажды ночью французы исчезли, и той же ночью вместо них появились советские). Находившимся в Штайерберге польским остарбайтерам категорически запрещалось оказывать пленным любое содействие (продуктам и пр.). Один поляк за нарушение этого запрета был повешен.
Эсэсовцы категорически запрещали медикам рассказывать что-либо о происходившем в лагере, а когда мемуариста оттуда отправляли на фронт, врач ему категорически отсоветовал тоже рассказывать, чтоб не попасть в большую беду.
Даты у публикации нет. Похоже на вторую половину 2000-х.
« Последнее редактирование: 18 Августа 2011, 16:18:53 от nestor »
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Геннадий Кушелев

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Re: Шталаг-10Ц (Stalag X C)
« Reply #8 : 18 Августа 2011, 19:42:12 »
Вячеслав, а Вам не кажется, что тут
Steyerberg bei Sienburg
опечатка?
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С уважением,
Геннадий
Буду благодарен за информацию о побегах советских военнопленных
Suche alles über Fluchtversuche von russischen Kriegsgefangenen

nestor

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Re: Шталаг-10Ц (Stalag X C)
« Reply #9 : 18 Августа 2011, 21:37:24 »
Sienburg там по карте находится. Не Nienburg точно, проверял.

Проверил еще раз. Не Нинбург, точно. Но и не Зинбург, а Зиденбург. :) Проверять надо не один раз, как выясняется. :)

Siedenburg is a municipality in the district of Diepholz, in Lower Saxony, Germany. It is situated approx. 20 km west of Nienburg.

Siedenburg is also the seat of the Samtgemeinde ("collective municipality") Siedenburg.

http://en.wikipedia.org/wiki/Siedenburg

Штайерберг именно там, под Зиденбургом.
« Последнее редактирование: 19 Августа 2011, 00:11:26 от nestor »
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Re: Шталаг-10Ц (Stalag X C)
« Reply #10 : 19 Августа 2011, 00:56:15 »
вот мы посетили кладбище Деблингхаузен Deblinghausen около Штайерберг Steyerberg. Это около 50км от Люббекке в Нижной Саксонии. На этом кладбище похоронены пленные, которые должны были работать в боеприпасном заводе Либенау Liebenau.
Хотим предоставить вам наши знимки и имена, которые мы читали на могилах. Опять, как и на других кладбищах, многие имена очевидно написанны неправильно. Это написали немцы, незная русские имена, которые написали по звучаниию и перепутали буквы.
Пока не успела ни проверять имена в ОБД, но надеюсь вы сможете помогать. Да и наш сайт тоже ещё не успели поставить эти новые информации.
На этом кладбище на могилах только мало имён, а на памятнике написано, что там похоронены больше 2000 советских граждан. Вероятно часть из них это те, которые вы в ОБД найдёте под Штайерберг или даже под Нинбург Nienburg.

Petra
www.russische-schicksale-im-muehlenkreis.de

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Re: Шталаг-10Ц (Stalag X C)
« Reply #11 : 19 Августа 2011, 01:33:33 »
Баканичев Анатолий Ефимович (р.1920)
  технолог, конструктор

1920, 5 мая. — Родился в районе г. Можайска.

1939, лето. — Зачисление на первый курс биологического факультета Московского государственного университета (МГУ).

1939, 2 ноября. — Призыв в Красную Армию. Воинская служба в г. Горьком, затем в Гороховецких лагерях.

1940, лето. — Переброска воинской части на Украину (под Житомир), затем в Белоруссию.

1941, 22 июня. — Начало войны. Отступление, непрерывные бомбежки немецкими самолетами. Участие в первом бою, ранение. Окружение.

1941, 6 июля. — Немецкий плен. Использование знания немецкого языка. Концлагерь в Дзержинске близ Минска, затем Сталаг-7 в Польше (Бяла Подляса). Голод. Осложнение ранений.

1941, середина октября. — Этап в Сталаг-10, Вицендорф (Германия), затем в концлагерь Штайерберг, в районе Ганновера. Работа в команде землекопов, затем в кухонной, строительной командах.

1942, конец мая. — Попытка вербовки в немецкие вспомогательные части. Назначение переводчиком в лагере, затем работником ремонтной мастерской.

1943. — Этап в концлагерь Бомлиц.

И т. д.

(из оглавления книги его воспоминаний "Записки каторжанина")

http://www.sakharov-center.ru/asfcd/auth/author3f39.html?id=1016

Очень интересный маршрут перемещений по шталагам. Где бы эту книгу нарыть?
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Re: Шталаг-10Ц (Stalag X C)
« Reply #12 : 22 Августа 2011, 03:32:36 »
Вячеслав, а Вам не кажется, что тут
Steyerberg bei Sienburg
опечатка?
Не думаю, что опечатка. Скорее всего, в памяти мемуариста Нинбург и Зиденбург синтезировались в Зинбург. Так, он пишет, что Штайерберг находился между Штольценау и Нинбургом. Но так сказать нельзя, эти местечки служат углами равностороннего труегольника. Аналогично углами равностороннего труегольника выступают 3 ж. д. станции: Нинбург, Штайерберг и Зиденбург (расстояния между ними небольшие, по менее 10 км). До 1931 г. райцентром там был Штольценау (куда поезда не ходили), а с 1931 г. стал Нинбург. Следуя северной веткой на Нинбург с запада, можно было доехать до Зиденбурга и далее следовать в Штайерберг грунтовой дорогой. Отсюда могло складываться впечатление, что Штайерберг находится под Зиденбургом - действительно, близко. И Нинбург тоже недалеко, прямо по южной ветке ж. д. от ст. Штайерберг. В итоге получаем не существующий в природе Зинбург.
« Последнее редактирование: 22 Августа 2011, 03:49:27 от nestor »
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Будьте здоровы!

group9may

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Re: Шталаг-10Ц (Stalag X C)
« Reply #13 : 26 Августа 2012, 00:34:46 »
Уважаемые коллеги, пожалуйста помогите разобраться. По непроверенным данным в 1947-48 годах погибшие и похороненные военнопленные, работавшие на пороховом заводе в Drübber были (вероятно тайно) эксгумированы англичанами и перезахоронены на на русское кладбище в город Нинбург. Просмотр британских архивов ничего не дал. Список военнопленных:

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С уважением Роман Александрович Фирсов.
Буду благодарен за любую информацию о советских захоронениях в Великобритании и английских в странах СНГ
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