Kai-Uwe Krakau 15.12.2011 20:07 Uhr
Red. Bernau,
bernau-red@moz.de150 Namen auf grauem SteinAhrensfelde (MOZ)
Die Sanierung des russischen Ehrenfriedhofs in Ahrensfelde ist abgeschlossen - Vertreter der Kommune, der Botschaft und des Denkmalschutzes besichtigten gestern die Kriegsgräberstätte.

Vor Ort: Wladimir Kukin, Leiter des Büros für Kriegsgräberfürsorge (2.v.r.) und Ahrensfeldes Bürgermeister Wilfried Gehrke (3. v. r.) besichtigten mit Vertretern des Denkmalschutzes und der beteiligten Firmen die Gedenkstätte. Foto: MOZ/Kai-Uwe Krakau © MOZ
"Deutschland und Russland haben im Zweiten Weltkrieg große Verluste erlitten. Das Gedenken an die Gefallenen darf nicht in Vergessenheit geraten", sagte der Leiter des Büros für Kriegsgräberfürsorge und Gedenkarbeit an der Botschaft der Russischen Föderation in Berlin, Wladimir Kukin. Er dankte ausdrücklich allen beteiligten Ämtern und Institutionen für die geleistete Arbeit und versprach, sich auch weiterhin finanziell an den Sanierungen von Kriegsgräberstätten zu beteiligen. Die Botschaft hatte bereits die Obelisk-Instandsetzung in Blumberg mit 1800 Euro unterstützt. Die gesamte dortige Anlage soll nach dem Willen der Kommune wieder in ihren ursprünglichen Zustand gebracht werden. Als Zeitraum sind 2012 bzw. 2013 angedacht.
Ralf Neukirchen vom brandenburgischen Innenministerium forderte vom Denkmalschutz ein "gewisses Augenmaß" bei der Gestaltung von Kriegsgräberstätten. "Es nutzt nichts, sie so zu erhalten, wie sie vor 50 oder 60 Jahren entstanden sind", betonte Neukirchen. Die Denkmale müssten letztlich so hergerichtet werden, dass sie die kommenden Generationen noch mahnen können. In Brandenburg gebe es diesbezüglich noch viel zu tun, was auch teuer sei, so der Ministeriumsmitarbeiter.
"Wir wollen das Andenken an die gefallenen Soldaten bewahren", sagte Ahrensfeldes Bürgermeister Wilfried Gehrke. Er lobte vor allem die gute Zusammenarbeit mit dem Land Brandenburg, das auch die gesamten Kosten übernommen hatte. "Das war wirklich vorbildlich", so der Verwaltungschef.
Die Arbeiten am Ehrenfriedhof am Lindenberger Weg Ecke Ulmenstraße hatten im Juli begonnen. Zunächst war eine Summe von 45 000 Euro eingeplant gewesen, es stellte sich aber rasch heraus, dass ein größerer Betrag erforderlich war. 65 000 Euro sind es schließlich geworden. "Wir haben die vorhandenen Gräberlisten überarbeitet", berichtet Rathaus-Mitarbeiterin Susanne Hempp. Dabei habe man nicht nur mit der Botschaft, sondern auch mit Eduard Ptuchin, der sich ehrenamtlich um Kriegsgräberstätten kümmert, zusammengearbeitet. "Rund 30 Namen konnten wir dadurch noch zusätzlich auf die Grabplatten setzen", so Susanne Hempp. Falsche Schreibweisen wurden korrigiert, auch der Dienstgrad hinzugesetzt. "Diese vollständigen Angaben sind wichtig für die Angehörigen in Russland", so Wladimir Kukin von der Botschaft.
Die Grabplatten - es sind nun vier statt drei - wurden erneuert, die Einfassungen aufgearbeitet. Der Zaun der Anlage, die sich gegenüber dem Ahrensfelder Jugendklub befindet, erhielt neue "rote Sterne". Darüber hinaus wurde für sattes Grün gesorgt. Insgesamt fünf Unternehmen aus der Region waren an den Arbeiten beteiligt, die bereits Ende Oktober abgeschlossen waren.
In Blumberg will die Gemeinde die Sanierung der dortigen Kriegsgräberstätte nun fortsetzen. Die Grabplatten liegen gegenwärtig auf dem Rasen, sollen aber wieder an einer halbkreisartig errichteten Mauer angebracht werden. "Die Erfahrungen haben aber gezeigt, dass wir uns beispielsweise mit der Abstimmung der Gräberlisten durchaus Zeit lassen sollten", so Fachbereichsleiterin Regina Schaaf.
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